Neurokognitive und neurophysiologische Grundlagen des absoluten Gehörs

Hintergrund

Als Absolutes Gehör bezeichnet man die seltene Fähigkeit (< 1%), einzelne Töne unabhängig von der musikalischen Quelle (z.B. dem Instrument) und ohne Zuhilfenahme eines Referenztones (z.B. dem Stimmton) zu bestimmen. Während die meisten Menschen ein relatives Gehör besitzen, können diese Personen Töne ohne Anstrengung nicht nur unterscheiden, sondern kategorisieren - vergleichbar mit der weitgehend universellen visuellen Fähigkeit, Farben (visuelle Frequenzen) zu kategorisieren und zu benennen. Bisherige neurowissenschaftliche Studien konnten ferner Unterschiede in der Anatomie und Konnektivität des Gehirns zwischen Personen mit und ohne absolutes Gehör zeigen. Dabei bestehen noch zahlreiche offene Fragen in diesem Forschungsfeld.

Ziele

  • Charakterisierung von neurokognitiven Unterschiede zwischen Absolut- und Relativhörern
  • Genauere Erfassung von Ungenauigkeiten in der Absoluthörfähigkeit bezogen zu einem persönlichen, internalen Template der Person
  • Identifizierung von Einflussfaktoren auf die Entwicklung eines absoluten Gehörs und dessen Genauigkeit
  • Aufklärung von Zusammenhängen zwischen der Fähigkeit des absoluten Gehör und Konnektivität im Gehirn

Experimente

Bei unseren Studien verwenden wir  psychometrische Fragebogen und kognitive
Tests (z.B. Intelligenztestverfahren, neuropsychologische Diagnostik), Reaktionszeitparadigmen, Tests zur Messung des absoluten Gehörs und elektrophysiologische Messungen (Elektroenzephalographie, ereigniskorrellierte Potentiale).
 
Elektroenzephalographie (EEG)

Die Elektroenzephalographie (EEG) ist nicht-invasiv, klinisch geprüft und birgt keine
Risiken. Dabei leiten wir mit Elektroden elektrischen Spannungsunterschiede auf dem Schädel ab, verstärken diese und zeichnen sie auf. Zur Schätzung der intrakortikalen elektrischen Quellen wird die Software sLORETA (standardized Low Resolution Brain Electromagnetic Tomography, www.uzh.ch/keyinst/loreta.htm, Pascual-Marqui, 2002) verwendet, welche auf Basis der gemessenen elektrischen Potenzialdifferenzen an der Schädeloberfläche die dreidimensionale Verteilung der elektrisch aktiven, neuronalen Generatoren im Gehirn in der standardisierten Einheit der Stromdichte (A/cm2) für jeden Voxel und jedes Frequenzband berechnet. Auf dieser Basis berechnen wir schließlich ereigniskorrelierte Potentiale, intrakortikale Konnektivität und (graphentheoretische) Netzwerke des Gehirns mit MATLAB, Python und R.

Publikationen

  • Diese Studie befindet sich noch in der Phase der Datenerhebung.
 

Ansprechpartner

Ankündigungen

Probanden gesucht! Für unsere Studien suchen wir nach wie vor nach Versuchspersonen jeglichen Geschlechts im Alter von 18 bis 35 Jahren – sowohl absolut- als auch relativhörende MusikerInnen. Bei Interesse, insbesondere wen Sie ein absolutes Gehör besitzen, melden Sie sich gerne bei der Studienleitung (siehe rechts) oder nehmen Sie gleich an der online-Umfrage teil:

Studie zum absoluten und relativen Gehör

Zuletzt bearbeitet: 30.03.2017

Zum Seitenanfang