Das Tonleiter-Spiel bei Pianisten

Hintergrund

Tonleitern werden bei Pianisten erfolgreich als diagnostisches Mittel zur Einschätzung des Schweregrads einer Fokalen Dystonie eingesetzt (Jabusch, Vauth & Altenmüller, 2004). Das Ziel unserer aktuellen Studie ist es heraus zu finden welche Muster dem Klavierspiel gesunder Pianisten zugrunde liegen, um dann die Möglichkeit zu haben die Unterschiede zu den Pianisten mit Fokaler Dystonie auf zu zeigen.

Wie nutzen eine neuartige Analysemethode, bei der die Einsatzzeiten der Noten einer gespielten Tonleiter auf eine mathematische Gerade gelegt werden. Dadurch kann eine zeitlicher Vergleichsrahmen für jede Tonleiter berechnet werden. Danach kann die Abweichung von diesem Vergleichsrahmen und die Variabilität der rhythmischen Präzision analysiert werden. Daraufhin können dann die Anteile der geplanten motorischen Handlung und die der motorischen Fehler auseinander dividiert werden.

 

Ziele

  • herausfinden wie es zu den Unregelmäßigkeiten im Tonleiter-Spiel am Klavier kommt; welche Anteile daran die Physiologie, der Ausdruck und die Wahrnehmung haben
  • wie das Verhältnis zwischen dem Erkennen und dem Spielen einer rhythmisch genauen Tonleiter ist
  • und genauer untersuchen wo die Unterschiede bei den Patienten mit Fokaler Dystonie liegen

Experimente

2011 präsentierten van Vugt, Jabusch & Altenmüller in Edinburgh ein Poster auf welchem eine Analyse der Variabilitätsprofile dargestellt war. Sie konnten Hinweise darauf finden, dass die Oktavübergänge ein motorisches Hindernis darstellen, welches sich an dieser Stelle in einer höheren Variabilität des motorischen Ablaufs zeigt. Wenn eine künstliche zeitliche Abweichung in eine 2-Oktaven Tonleiter eingefügt wird, zeigt sich ein Wiedererkennungsmuster welches das Variabilitätsprofil widerspiegelt (Penel & Drake, 1998).

Wenn man andererseits das Abweichungsprofil untersucht, findet man ein hochgradig individuelles Muster, das sogar zulässt eine Art von „pianistischem Fingerabdruck“ zu ermitteln, welcher unterschiedliche Pianisten voneinander unterscheidet (Van Vugt, Jabusch & Altenmüller, 2011, Symposium der Deutschen Gesellschaft für Musikermedizin in Dresden). Dieses Muster scheint stabil zu sein, obwohl knapp unterhalb der Wahrnehmungsschwelle liegt.

Darüber hinaus werden wir, wenn diese Methode etabliert ist, in der Lage sein, sie auszuweiten auf das einfachere Tonleiter-Spiel von Schlaganfallpatienten die an einem musiktherapeutischen Rehabilitationsprogramm teilnehmen. Dadurch wollen wir verstehen lernen wie sich die Verbesserung von Bewegungsmöglichkeiten im Tonleiter-Spiel niederschlägt.

Publikationen

  • in Arbeit
 

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    Zuletzt bearbeitet: 09.12.2015

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